|
Seit seiner Einführung um ca. 1850 ist das beliebteste Material für die Pfeifenherstellung das Bruyére-Holz, das wie kein vergleichbarer Werkstoff Schönheit, Lebensdauer und ausgezeichnete Raucheigenschaften in sich vereint. Die wichtigsten Herkunftsländer sind heute Italien, Frankreich (mit Korsika), Griechenland, Marokko und Spanien; das Bruyère-Holz aus anderen Staaten ist nicht von ausreichender Qualität. Bruyère weist je nach Ursprung und Alter charakteristische Eigenschaften auf. Egal woher auch immer, Bruyère stammt stets aus derselben Quelle- der wild wachsenden Baumheide. Dieses Strauchgewächs, das viereinhalb bis siebeneinhalb Meter hoch wird, gedeiht vorrangig an den zerklüfteten Felsküsten des Mittelmeeres. Alle Versuche, die Pflanze zu kultivieren oder andernorts anzubauen, sind fehlgeschlagen. Für die Pfeifenherstellung verwendet man nicht das Stamm- oder Astholz, sondern die harte Knolle der Wurzel, die sich bei weiblichen Bäumen unter der Erde bildet. Diese Knolle erntet man, lässt sie ablagern und schneidet sie in Stücke, aus denen dann Pfeifen gedreht und geformt werden können. Zwar ist es theoretisch bei behutsamer Ernte möglich, den Baum zu erhalten, so dass er später eine weitere Knolle hervorbringen könnte, doch haben sich solche Versuche nicht bewährt: Diese Knollen sind nicht ebenmäßig, häufig voller Sandkorneinschlüsse und Risse, und sie haben meist keine attraktive Maserung. Deshalb wird für eine einzige Knolle in den überwiegenden Fällen ein ganzer Baum geopfert. Um die Zukunft des Rohstoffes Bruyère ist es bei der derzeitigen Nachfrage dennoch nicht schlecht bestellt.
Eine Bruyère-Knolle muss
mindestens fünfzehn Jahre
reifen,
um tauglich für eine gute Pfeife zu sein, Spitzenpfeifen werden indes aus viel
älteren Knollen gefertigt. Eben diese Kombination von Strukturdichte, Durchlässigkeit und Maserung macht Bruyère so wertvoll für den Pfeifenmacher und so genussvoll für den Pfeifenraucher. Diese Knolle erntet man, lässt sie ablagern und schneidet sie in Stücke, aus denen dann Pfeifen gedreht und geformt werden können. Zwar ist es theoretisch bei behutsamer Ernte möglich, den Baum zu erhalten, so dass er später eine weitere Knolle hervorbringen könnte, doch haben sich solche Versuche nicht bewährt: Diese Knollen sind nicht ebenmäßig, häufig voller Sandkorneinschlüsse und Risse, und sie haben meist keine attraktive Maserung. Deshalb wird für eine einzige Knolle in den überwiegenden Fällen ein ganzer Baum geopfert. Um die Zukunft des Rohstoffes Bruyère ist es bei der derzeitigen Nachfrage dennoch nicht schlecht bestellt. Quelle: "Das Handbuch des Pfeifenrauchers", Richard Carleton Hacker, Wilhelm Heyne Verlag München, 2000
|
Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an: webmaster@pfeifenbau.de
|